Die Geschenke des Lebens

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Das Leben wartet nicht bis Weihnachten oder auf unseren Geburtstag, um uns zu beschenken. Es schenkt uns auch nicht immer, was wir uns bewusst wünschen oder worum wir gebeten haben. Oftmals ist es sogar so, dass es uns Dinge, Vorkommnisse oder Erfahrungen schenkt, die wir gar nicht haben wollen, die wir entrüstet, enttäuscht oder traurig von uns weisen. Doch die ungewollten Geschenke können wir nicht zurück geben. Es gibt kein Rückgaberecht. Wenn wir die Gaben nicht freiwillig annehmen, wird das Leben einfallsreich und liefert gleich noch mehr davon. Natürlich werden wir manchmal – vielleicht sogar oft – mit wundervollen Dingen beschenkt und wenn wir uns dafür dankbar zeigen, achtsam und demütig bleiben, dann bekommen wir auch davon immer mehr.

Leider ist es mit unserer Dankbarkeit oftmals nicht weit her. Die guten Dinge in unserem Leben bemerken wir zu wenig, weil wir damit beschäftigt sind, unser Augenmerk darauf zu richten, was nicht so läuft, wie wir uns das wünschen. Und da wir immer davon mehr bekommen, worauf wir unser Augenmerk legen, wächst dann auch unsere Unzufriedenheit und Undankbarkeit.

Doch auch die Dinge, die wir uns verzweifelt vom Hals wünschen, sind Geschenke. In unserer Umgangssprache nennen wir sie jedoch viel lieber Probleme.

Wie wäre es nun, wenn wir einmal eine andere Sicht auf die Probleme einnähmen und sie auch anders benennen würden?

Für mich gibt es kaum mehr Probleme. Für mich gibt es Heraus- forderungen und vor allem Chancen. Denn ich habe in den vielen vergangenen Jahren gelernt, dass tatsächlich jedes Problem in sich eine Chance beherbergte und mich in irgendeiner Art und Weise weiter brachte – näher zu mir selbst. Ich begann, „Probleme“ als Geschenke zu betrachten, die einfach keine schöne Verpackung hatten. Manchmal war die Verpackung sogar richtig übel, fühlte sich an, als wäre dafür Stacheldraht verwendet worden. An diesen Verpackungen konnte man sich verletzen, wenn man nicht achtsam damit umging. Nicht jedes Geschenk veranlasste mich, freudig und neugierig hineinzuschauen und herauszufinden, was es beherbergte. Doch die Erfahrung zeigte:

Manchmal lassen sich die wertvollsten Schätze aus den übelsten Verpackungen schälen!

Früher schob ich diese ungewollten Geschenke manchmal beiseite, verstaute sie tief im Keller und wollte nichts von ihnen wissen. Viel lieber bemitleidete ich mich dann, nicht das zu bekommen, was ich mir doch so sehr wünschte. Doch das Leben will, dass wir seine Geschenke beachten, denn sie bringen uns IMMER auch einen Nutzen. Und deshalb bekommen die Dinge, die wir im Keller verstaut haben, immer und immer wieder, bis wir sie auspacken, bis wir irgendwann ihren Sinn verstehen. Solche ungewollten, übel verpackten Geschenke des Lebens können Verluste sein, Krankheiten, Unfälle, Ereignisse, die uns schütteln und Schmerzen verursachen und es ist nicht immer leicht, diese Dinge anzunehmen.

Es ist nicht so, dass wir nicht traurig, wütend oder verzweifelt sein sollten. Diese Gefühle sind ein Teil von uns und wollen gelebt werden. Das Verhängnisvolle ist einfach, wenn wir in eine Abwärts-Spirale geraten und nur noch Probleme und Leid wahrnehmen. Wenn wir uns nur noch auf das Negative konzentrieren und ganz vergessen, dass die Medaille immer auch noch eine zweite Seite hat.

Mir hilft es deshalb ungemein zu wissen, dass egal was passiert, egal wie ich mich fühle, alles schlussendlich auch einen positiven Zweck beinhaltet, der mich näher zu mir selbst und schliesslich zu meinem Glück bringt.

Alleine diese veränderte Sichtweise auf die sogenannten Probleme des Lebens, bringt mir gerade in akuten und unschönen Situationen eine grosse Erleichterung. Ich kann die Herausforderungen des Lebens viel besser annehmen, denn ich weiss, dass daraus Gutes entsteht, auch wenn ich mir das vielleicht im Moment gar nicht vorstellen kann. Bleibe ich in diesem Vertrauen, werde ich immer belohnt mit Zufriedenheit, Gelassenheit, Leichtigkeit, Glück, innerem Frieden und Lebensfreude.

Und ganz ehrlich: Rückblickend kann ich in jedem „schlimmen Ereignis“ die positiven Seiten ganz deutlich wahrnehmen und dafür bin ich dankbar. Dankbar auch, dass all diese Erfahrungen mich gelehrt haben, dass es immer meine eigene Sichtweise ist, die bestimmt, ob ich glücklich bin oder eben nicht.

Hast du auch schon festgestellt, dass sich aus deinen Problemen, Lebenskrisen oder Krankheiten wunderbare Chancen herauskristallisiert haben? Vielleicht kannst du uns aus deinem Erfahrungsschatz berichten?

Ich wünsche dir von Herzen, dass du all die kleinen Diamanten in deinen unerwünschten Geschenken findest! Sie bereichern das Leben ungemein! 🙂

Eure Petra Kuhn

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6 Kommentare
  • Katharina
    Antworten

    Wie recht Du mit diesem Bericht hast. Genau auf den Punkt.

  • Rolf
    Antworten

    Auf den Punkt gebracht liebe Petra. Das herauszufinden dauert seine Zeit, da bin ich auch dran. Und habe gelernt, dass uns nichts präsentiert wird, was nicht in unseren Fähigkeiten liegt. Und von den unmöglichsten Winkeln Lösungen da waren, ohne es zu erwarten.

    • petra
      Antworten

      Lieber Rolf

      Ja, genau so ist es. Wir werden nur mit Dingen konfrontiert, die wir auch angehen können. Alle dienen unserer Weiterentwicklung, die wir uns ja auch wünschen. Wenn wir uns dessen immer bewusster werden und im Vertrauen bleiben, dann öffnen sich manchmal Türen, von denen wir nie zu träumen gewagt hätten.

  • Christina
    Antworten

    Liebe Petra

    Du bist wirklich eine Phylosophin für mich. Deine tiefgreifenden Überlegungen berühren mich immer wieder.

    Ja, du hast recht, diese Erfahrung habe ich in meinem Leben auch gemacht, dass die schlimmsten Erlebnisse die besten Lehrmeister sind und mich weitergebracht haben. Leider ist es ja so, dass der Mensch, wenn es ihm gut geht, oftmals nicht mehr an seiner eigenen Weiterentwichklung arbeitet. Ausserdem ist es ja diese Zeit wo die Schwingung der Erde sich ständig erhöht dass alles ans Licht kommt. Egal ob persönlich, politisch, weltweit. Dies beinhaltet die grosse Chance, alles anzuschauen und zu transformieren. Wir alle wussten auf was wir uns einlassen als wir uns entschieden, gerade in diese Zeit zu inkarnieren.

    Du weisst ja, dass ich diesen schlimmen Autounfall hatte mit Schleudertrauma und gebrochener Wirbelsäule zur Folge. Ausserdem steckte ich 4 Jahre in einem burnout und konnte gar nicht mehr arbeiten.
    Oft habe ich mit diesem Schicksal gehadert, fühlte mich nutzlos weil ich nicht mehr arbeiten konnte. Die Schmerzen waren oft unerträglich. Früher hatte ich immer die Einstellung, jedes Problem trägt die Lösung in sich und egal was in meinem Leben passierte, ich konnte mich immer auf meine eigene Kraft verlassen nachdem ich einmal begriffen hatte, dass meine hohe Sensibilität nicht Schwäche bedeutet sondern einfach nur ein Teil von mir ist. Nach dem Unfall war das nicht mehr so, die ganzen Einschränkungen die das mit sich brachte, machten mich verrückt.
    Irgendwann entschied ich mich, dass es nichts bringt die Hände in den Schoss zu legen und mich selber zu bemitleiden sondern dass ich einfach die verbliebenen Resourcen nutzen werde und eröffnete meine eigene Praxis. Schliesslich hatte ich jahrzentelang immer wieder Ausbildungen absolviert. Das gab mir die Möglichkeit, die Zeit so einzuteilen wie es mit meinen körperlichen Beschwerden eben geht. Ausserdem hatte ich genügend Zeit für Selbstheilung. Dies war viel Arbeit an mir selber. Am Körper, an der Psyche und am Bewusstsein. Aber es hat sich gelohnt.
    Ich war vorher ein Workaholic und vor lauter arbeiten war ich zu müde das viele Geld das ich verdiente auszugeben.
    Die “Zwangsferien” (burnout) brachten mich dazu, mir selber mehr Sorge zu tragen, was ich mein ganzes Leben nie getan habe. Ich war von Kind auf konditioniert worden immer nur für Andere da zu sein und dass ich selber nicht wichtig bin. Inzwischen habe ich die Balance zwischen dem Du und Ich gut gefunden. Das Erstaunlichste für mich war, dass die Menschen das ganz gut akzeptiert haben dass ich öfter als früher nein sage und mehr Rücksicht auf mich und meine Gesundheit nehme. Es war mein Bewusstsein das ich das nicht darf.
    Ausserdem lernte ich die kleinen Dinge wieder mehr schätzen. Ich entdeckte die Freude an der Natur wieder. An Blumen, Bäumen, dem Wind und dem Gewitter wenn es stürmt, am Wasser und den Tieren.
    Es tut so gut dass ich einfach mindestens 5 Gänge herunterschalten musste und Stress einfach nicht mehr ertrage. So habe ich ihn so weit wie möglich aus meinem Leben entfernt.
    Und meine Arbeit mit Menschen macht mich sehr glücklich. Heute kann ich sagen, dass ich für die ganze Situation dankbar bin, auch wenn es nicht immer einfach ist in der heutigen Zeit selbständig erwerbend zu sein. Und wie Du sagst, einfach im Urvertrauen zu bleiben.

    Viele liebe Grüsse

    Christina

    • petra
      Antworten

      Liebe Christina

      Vielen herzlichen Dank für deine aufschlussreichen Zeilen. Dein Beispiel präsentiert genau das, wovon ich schreibe. Du hättest die Wahl gehabt, dich zu bemitleiden und das Leben als hart und ungerecht zu verurteilen. Doch das hast du nicht getan. Du hast die Botschaften des Lebens angenommen, an dir gearbeitet und tust heute genau das, was dich erfüllt, lebst bewusst und dankbar. Du bist glücklich und hast erfahren, dass du nicht ein hilfloser Spielball des Lebens bist, sondern dieses Glück in deinen eignen Händen liegt. Wie wunderbar! Ich danke dir, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst! 🙂

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