Diese böse Welt

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Mir fällt auf, dass sich Menschen immer wieder in Gruppen zusammen finden, um über die Zustände in der Welt zu schimpfen und zu klagen. Ihr Ziel ist es, gegen diese Missstände zu kämpfen, sie zu zerschlagen und zu vernichten. Diese Menschen sind meist sehr klug, mutig und sie erkennen Zusammenhänge. Zu Recht möchten sie GEGEN Ungerechtigkeit, Manipulation, Machtmissbrauch, Tierquälerei, Folter, Angstmacherei vorgehen. Sie rüsten sich zum Kampf und prangern an, was ihnen missfällt und verurteilen jene, die ihrer Meinung nach nicht hinsehen.

Ja, es geschehen tatsächlich ganz furchtbare Dinge auf dieser Welt und es gibt unvorstellbar viel Brutalität, Leid und Hass. Für mich sind Regierungen und jene, die wirklich die Fäden ziehen, machtgierig, skrupellos und korrupt. Menschen werden manipuliert und mit Mittel der Angst „gefügig“ gemacht und viele erkennen und durchschauen dieses Machtspiel tatsächlich nicht oder zu wenig. Und ja, ich könnte mich jetzt voll und ganz auf diese Missstände konzentrieren und meiner Wut und Ohnmacht Raum gewähren, Gleichgesinnte um mich scharen und zum Kampf aufrufen.

Doch schauen wir uns an, was bei solchem Handeln geschieht, wenn wir die universellen Lebensgesetze beachten, die immer und zu jeder Zeit wirken. So gewinnt nämlich genau das an Kraft, worauf ich meine Energie richte und ich bekomme das, worauf ich mich ausrichte auch wieder zurück. Wann richte ich denn meine Energie auf etwas? Wenn ich Angst davor habe, wenn ich mich dem Vorgegebenen blindlings füge ohne meine Eigenverantwortung wahrzunehmen (aus Angst oder Unwissenheit), wenn ich es NICHT haben will, wenn ich dagegen ankämpfe – oder wenn ich mich bewusst für etwas entscheide.

Conflict, close up of two fists hitting each otherLasst es mich bildlich erklären: Nehmen wir an, all diese Missstände, gegen die ich mich zu wehren versuche, lodern als riesiges Feuer und meine eigene Energie besteht aus einigen Kohlestücken. Wenn ich mich nun gegen dieses riesige, alles verschlingende Feuer auflehne, richte ich meine Energie doch genau auf dieses Feuer. Ich schmeisse also buchstäblich meine Kohlestücke dort hinein und verstärke diesen unerwünschten Brandherd, gebe ihm Zunder. Zudem bin ich wütend, frustriert oder ohnmächtig, traurig und hoffnungslos, dass dieses Feuer nicht zu stoppen ist – sogar ganz im Gegenteil. Also suche ich Gleichgesinnte, die ihre Energie ebenfalls auf das ausrichten, was sie NICHT wollen und gemeinsam werfen wir dann unsere Kohlestücke in das lodernde Feuer, das uns unbarmherzig immer weiter in die Ecke drängt. Wir bemerken nicht einmal, wie wir dieses Feuer mit unserem Widerstand speisen und ihm Macht über uns geben.

Wie wäre es stattdessen, wenn wir uns von dem, das wir nicht haben wollen bewusst abwenden, ihm keinerlei Energie mehr schenkten und uns überlegten, was wir mit unseren Kohlestücken Sinnvolles bewerkstelligen könnten. Wenn dieses Feuer des Bösen nicht immer wieder durch unsere Kohlestücke gefüttert würde, ginge ihm irgendwann die nährende Energie aus.

Byron Katie sagte einmal in einem ihrer Workshops, dass diejenigen, die sich verteidigen in Wahrheit den Krieg beginnen. Vielleicht lohnt es sich, darüber einmal nachzudenken? Wie werden in einigen Kampfsportarten die Gegner besiegt? Indem man der Energie, die einem der Gegner quasi entgegen schleudert, einfach ausweicht und ihn ins Leere laufen lässt und ihn so zu Fall bringt.

So manches „Wegsehen“ ist oftmals einfach ein bewusster Entscheid, seine Energie auf etwas zu richten, das sich gut anfühlt und Erhebendes bewirkt – und sei es nur im ganz Kleinen. Der Gradmesser, ob wir unsere Energie richtig und zum Wohle aller einsetzen, ist unser Gefühl. Fühlt sich das, was wir tun, gut an, machte es uns und andere glücklich, dann nutzen wir unsere Energie weise und gewinnbringend. Fühlt sich das, wofür wir uns einsetzen jedoch schlecht an, fühlen wir Zorn, Hass, Frust oder Ohnmacht in uns, dann würde es sich vielleicht lohnen, darüber nachzudenken, ob wir unsere Energie nicht sinnvoller einsetzen könnten. Und wenn ich meine Zeit nicht damit verschwende, mich zu beklagen, was alles schlecht läuft, dann würde ich vielleicht die vielen kleinen und grossen Taten wunderbarer Menschen bemerken, die still und grossartig wirken – und ich würde vielleicht bemerken, dass es von diesen Menschen immer mehr gibt – und vielleicht bin ich ja auch bald einer von ihnen? Es steht mir schliesslich frei, mein Bewusstsein zu jeder Zeit auf das Gute, Schöne, Grossartige und Wahre auszurichten und es dadurch zu vermehren.

Vielleicht stellst du dir auch folgende Frage: „Willst du Recht haben oder glücklich sein?“ Manchmal schliessen sich diese beiden Dinge nämlich tatsächlich aus. Wofür entscheidest du dich dann?

Oder anders gefragt: „In welches Feuer schmeisst du nun deine Kohlestücke?“

 

Besinnliche Grüsse

Petra Kuhn 6

 

 

 

 

 

Eure Petra Kuhn

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8 Kommentare
  • Yasmine
    Antworten

    Du sprichst mir so sehr aus dem Herzen liebe Petra! Vielen DANK

    Deshalb habe ich mich einem kleinen Bereich zugewandt: Was konsumiere ich? Ich benutze bewusst Lebensmittel und Körperpflege-Produkte, die natürlichen Ursprungs sind. Ich entziehe meine Energie der chemischen und pharmazeutischen Industrie. …Details führen hier zu weit.

    Ich bin sehr glücklich einen Weg gefunden zu haben, auf dem ich ethisch grünes und nachhaltiges Geld verdiene und damit Mensch und Natur zu Wohlbefinden führe.

    In diesem Sinne viel Licht & Liebe

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Liebe Yasmine, da freue ich mich für dich, dass du deine Energie so wunderbar und sinnvoll einsetzt. Das bringt dir und anderen Menschen Freude im Herzen und der Körper dankt es ebenso. Danke für dein Feedback – es zeigt, was alles im Positiven möglich ist! 🙂

  • Susanna
    Antworten

    Danke, liebe Petra, für diesen Gedankenanstoss, der gerade zur rechten Zeit kommt. Ich werde mir gut überlegen, ob ich meine Kohlestücke künftig nicht anderswohin werfen werde.

    Eine lichtvolle Adventszeit und liebe Grüsse

    Susanna

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Liebe Susanna. Ja, manchmal lohnt es sich tatsächlich, sich genau zu überlegen, wohin man seine Kohlestücke werfen sollte. Ich wünsche dir viel Glück und weise Entscheidungen!
      Alles Liebe und eine besinnliche Zeit, Petra

  • Fredy
    Antworten

    Jene wunderbaren Menschen welche die grossen und kleinen Taten vollbringen schauen nicht weg oder wenden

    sich ab im Stil von “aus den Augen aus dem Sinn” sonst hätte sie keinen Anlass etwas zu tun.

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Ja Fredy, genau so sehe ich es auch. Sie nutzen ihre Energie einfach, etwas Gutes zu bewirken.

  • Albert
    Antworten

    Herrlich wunderbar, liebe Petra. Die universellen Gesetze sind allgegenwärtig, jedoch nicht immer im Geiste präsent. Deshalb lodern auch oft die falschen Feuer. Und das zeigt, dass wir zu wenig bewusst leben. Uns zu wenig bewusst sind, was wir mit unseren Gedanken, Worten und Taten bewirken könn(t)en. Nicht das Wissen fehlt, sondern schlicht die Bewusstheit. Mein Wunsch an mich: Lebe bewusster!

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Lieber Albert, da stimme ich dir zu. Es geht darum, wirklich bewusst zu leben, im Einklang mit den universellen Gesetzen. Denn was du säst, wirst du ernten. Danke für dein Feedback!

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