Dieses ewige nicht gut genug sein

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Kennt ihr das Gefühl, dass ihr für gewisse Dinge einfach nicht gut genug seid, zu wenig perfekt? Dann vergleicht ihr euch mit anderen, die es eurer Ansicht nach besser können und fühlt euch schlecht, minderwertig oder frustriert.

Diese Angst des „nicht zu genügen“, steckt in den meisten von uns drin – ganz tief oder auch etwas weniger tief. Uns wurde doch von Kindheit an gesagt, wie wir zu sein haben, damit wir den Ansprüchen anderer genügen und irgendwann haben wir den anderen geglaubt. Irgendwann haben wir ihre Ansprüche an uns so verinnerlicht, dass wir zu glauben begannen, es wären die unseren. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, diesen Glauben zu hinterfragen?

Selbstliebe

Du bist gut genug!

Hier eine kleine Geschichte: Ich absolviere derzeit wieder einmal eine Ausbildung im Bereich „Persönlichkeits- und Bewusstseinsentwicklung“, die sehr bald mit einer Diplomprüfung abgeschlossen wird. In dieser Ausbildung müssen wir mit Menschen arbeiten und ihnen mit unserem bereits erlernten Wissen hilfreich zur Seite stehen. Die Ausbildung kostet viel Geld, Zeit und intensive Arbeit. Es ist nicht verwunderlich, dass Mitschüler die Ausbilder gefragt haben, ob sie denn für ihre Arbeit mit den Kunden bereits etwas Geld verlangen könnten. Die Ausbilder meinten, das sollten sie erst nach der Prüfung tun.

Mit anderen Worten wird hier suggeriert, dass die Arbeit der Auszubildenden ohne die Prüfung nicht gut genug sei, um für die Zeit, Mühe und Arbeit entsprechend entlohnt zu werden. Hier ist es also wieder, dieses altbekannte „DANN, WENN“. Du bist dann gut genug, wenn du dein Zimmer aufräumst, tolle Noten heimbringst, freundlich und zuvorkommend bist, diesen oder jenen Abschluss hast, besser bist als XY, dieses Auto fährst, jenes Haus besitzt, diese Position bekleidest, jenen Zahltag bekommst. Mit anderen Worten also: „Du bist nicht gut genug, wenn du nicht…“.

Verhängnisvoll, wenn man das ohne zu hinterfragen glaubt. Ich selbst war auch jahrzehntelang auf demselben Trip, nie gut genug zu sein. Da nützten weder irgendwelche Diplome, Zertifikate oder Sonstiges, ich fand immer einen Grund, warum ich immer noch ungenügend war.

Glücklicherweise geriet ich dann an Katharina Hospenthal. Bei ihr absolvierte ich meine erste Diplom-Ausbildung im Bereich Coaching/Beratung parallel zu meinem Informatikjob. Wir mussten auch eine Diplomarbeit schreiben und dafür einen Klienten während vieler Sitzungen begleiten und unsere Arbeit genauestens dokumentieren. Der Knaller war aber, dass wir von Katharina genötigt wurden, dafür auch noch Geld zu verlangen. Eine Horrorvorstellung für mich! Ich musste doch froh sein, wenn sich überhaupt jemand bereit erklärte, dass ich mit ihm arbeiten durfte. Wie konnte ich dafür auch noch Geld verlangen. Ich war ja noch nicht mal mit der Ausbildung fertig, geschweige denn hielt ich das Diplom in Händen.

Jetzt war Katharina wieder am Zug. Sie erklärte anhand der Symbolik von Yin und Yang, dass Geben und Nehmen in Harmonie sein müssten und wir hätten bereits sehr viel Geld, Zeit und Arbeit in diese Ausbildung gesteckt und uns viel Wissen angeeignet, das wir jetzt wiederum unter Zeitaufwand im besten Wissen und Gewissen weitergeben würden und dem Klienten dadurch durchaus Nutzen brächten, so dass von dessen Seiten auch ein entsprechender Ausgelich vonnöten sei, um dieses Gleichgewicht nicht zu verletzen. Desweiteren erläuterte sie uns, dass wir nicht durch das Diplom zum Coach/Berater werden würden, dass es ein solches gar nicht bräuchte, denn im Grunde genommen trügen wir alles nötige Wissen bereits in uns. Wir würden unseren Wert lediglich an dieses Stück Papier heften, in der Hoffnung, andere würden dann das glauben, was wir uns selbst verwehrten, nämlich dass wir gut genug waren, anderen mit unserem Wissen, unserem Sein und unseren Erfahrungen einen wertvollen Dienst zu erweisen.

Fazit: Konzentrieren wir uns doch vermehrt auf die Dinge, die wir gut können und tadeln nicht dauernd unsere Unzulänglichkeiten. Fangen wir an, liebevoll mit uns selbst umzugehen und uns in allen Facetten unseres Seins zu mögen. Seien wir bestrebt, unsere Fähigkeiten und Talente mit anderen zu teilen und sie fortwährend in Liebe und Dankbarkeit zu stärken. Freuen wir uns darüber und erkennen endlich unseren wahren Wert, den niemand anderer bemessen kann als wir selbst. Lassen wir uns nicht länger in Kisten stecken, die ein Gütesiegel von XY benötigen, um zu beweisen, dass wir gut genug sind. Wir brauchen nichts zu beweisen, denn wir sind alle gut genug. Jeder Mensch trägt wunderbare Ressourcen und Talente in sich und wenn er sich darauf konzentriert, bestrebt ist, das Beste daraus zu machen und zum Wohle aller einzusetzen, können sich diese Fähigkeiten in Gänze entfalten. Das ist der Weg zu wahrer Erfüllung.

Es beginnt immer bei dir – also entscheide dich für dich. Sei einfach authentisch der, der du wirklich bist, egal was andere von dir denken mögen, denn du bist sowas von gut genug und wertvoll. Kannst du es bereits fühlen?

 

Herzlichste Grüsse

Petra Kuhn 6

 

 

 

 

 

Eure Petra Kuhn

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8 Kommentare
  • Katharina
    Antworten

    Hoppla, da ist ja einiges hängen geblieben. Das freut mich riesig. Danke Petra!

  • Petra Kuhn
    Antworten

    Ja liebe Katharina, bei dir durfte ich viele wertvollen Dinge lernen und dafür danke ich dir!

  • Christina Hänni
    Antworten

    Liebe Petra

    Dein Newsletter ist wieder einmal ganz wunderbar.

    Wie recht Du hast. Ich habe oft die Erfahrung gemacht als Seminarleiterin und Therapeutin dass ich die Menschen weiterbringe wenn ich es einfach aus meinem Inneren fliessen lasse. Wenn ich mich auf mein Gegenüber in seiner Ganzheit einstelle und aus dem Herzen heraus arbeite.

    Ausserdem -bringen mich die Menschen oft dazu mich selber anzuschauen bei Themen die Resonanz in meinem Inneren erzeugen. Ausbildungen sind sicher gut und nützlich. Für mich jedoch ist die „Herzensintelligenz“ das was ich nirgendwo lernen kann. Es ist einfach da und wartet nur darauf das ich es nutze.

    Christina

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Liebe Christina
      Danke für dein Feedback. Ja, wir sollten unsere Herzensintelligenz nutzen und uns selbst vertrauen. Das Potenzial trägt jeder in sich.

  • Barbara Rüegg
    Antworten

    Liebe Frau Kuhn,

    vielen Dank für Ihren Denkanstoss, auch ich bin sehr betroffen durch das Gefühl, es reicht nicht, ich weiss zu wenig, andere können das viel besser, etc. Genau solche Gedanken will ich durch andere, positivere, ersetzen.

    Vielen Dank und einen sonnigen Herbst wünscht Ihnen

    B.Rüegg

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Liebe Frau Rüegg
      Ja, ersetzen Sie diese unwahren Gedanken, dass Sie nicht genügen, wann immer möglich durch positive. Dann wird das Leben viel freudvoller! Viel Glück dabei und herzliche Grüsse, Petra Kuhn

  • Susi
    Antworten

    Ciao Petra

    Jaja, Du hast schon recht.

    Nur funktionieren all unsere „Systeme“, von Schule(n) über Studium und Arbeitsplatz eben nach dem Bewertungs-System und nur die Besten sind erfolgreich.

    Das ist leider auch eine Realität.

    Än liäbä Gruäss

    Susi

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Ciao Susi

      Ja und Nein. Du hast recht, das Schulsystem und und überhaupt unser ganzes System fordert dies von uns. Und wir glauben, ohne zu hinterfragen, was von uns gefordert wird. Delhalb gibt es auch so viele Krankheiten… Doch es geht auch anders, aber dafür muss man halt all die Schranken wieder einreissen, die meist über Jahrzehnte aufgebaut wurden.

      Und es gibt genügend Beispiele von Menschen mit schlechten Zeugnissen, wenig Schulausbildung, die dennoch Karriere gemacht haben und sehr erfolgreich wurden. Diese Menschen haben irgendwann begonnen, an sich und ihre Ideen zu glauben und sind authentisch völlig neue Wege gegangen.

      Es ist vieles möglich 😉

      Liebs Grüessli
      Petra

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