Ja, aber…

 in Newsletter

Ich treffe immer wieder Menschen an, deren Aussagen gespickt sind mit „JA, ABER…“.

Was heisst denn das bitteschön?

Was ist nun wahr? Das JA oder das ABER?

Ist es nicht so, dass wenn wir „JA, ABER“ verwenden, im Widerstreit mit uns selbst sind?

Wann verwenden wir die Kombination „Ja, aber“?

  • Wenn wir nicht wissen, wie wir zu einer Sache stehen sollen?
  • Wenn wir nicht den Mut haben, einfach Nein zu sagen oder anderer Meinung zu sein?
  • Wenn unsere unterschwelligen Ängste und Verhaltensmuster uns herumdrucksen lassen?
  • Wenn wir uns lieber auf das Problem anstatt auf die Lösung konzentrieren?
  • Wenn wir im Widerstand mit uns, dem Gegenüber oder der Welt sind?
  • Wenn wir uns oder dem anderen etwas vormachen?
  • Wenn uns einfach der Mut zu handeln fehlt?

 

Denn: „Ja, aber“ ist nichts weiter als eine Lüge in sich. Es fragt sich lediglich, WEN wir belügen und WARUM?

 

Beispiel:

Jemand ist unglücklich in seinem Job, weil er schikaniert und ausgebeutet wird.

Auf die Frage, ob er denn nicht einfach eine neue Stelle suchen möchte, antwortet er folgendermassen:

JA schon, natürlich, ABER in meinem Alter finde ich bestimmt keine andere Stelle. Das gibt es Jüngere für weniger Geld. Ich habe doch keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt. Mir bleibt doch nur übrig, die Klappe zu halten und zu hoffen, dass sie mich nicht rausschmeissen. Und überhaupt, ich wüsste nicht mal, was mir wirklich gefallen würde – und selbst wenn, damit liesse sich ohnehin kein Geld verdienen. Ich habe schliesslich Verpflichtungen, ich kann nicht einfach walten und schalten wie es mir beliebt…

Worauf richtet diese Person ihren Fokus, ihre Energie? Auf das, was alles nicht klappen könnte, ohne zu wissen, ob sie damit recht behielte.

Das „Ja“ zu Beginn des Satzes ist eine Alibi-Lüge, denn im Grunde ist diese Person nicht bereit, sich auch nur im Ansatz mit den Möglichkeiten des „Ja’s“ und den sich daraus ergebenden Konsequenzen auseinander zu setzen.

Die ehrliche Antwort wäre hier doch: „Nein, ich will mir keine neue Stelle suchen, weil ich mich vor den Konsequenzen eines solchen Entschlusses mehr fürchten würde, als weiterhin mein jetziges „Schicksal“ zu ertragen.

Wie wäre es zu versuchen, wenigstens sich selber gegenüber ehrlich zu sein, sich zu fragen, was man im Leben erreichen will, wie man sich fühlen möchte und was man dafür zu TUN BEREIT wäre, um eben dieses zu erreichen – und welche Hindernisse dafür überwunden werden müssten und wie man den Mut dafür aufbringen könnte?

Eines meiner Lieblingszitate lautet übrigens: „Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keins da.“ (Franz Kafka)

Und wenn schon „Ja, aber…“ wie wäre es denn damit:

Ja, aber was ist, wenn alles klappt? Wie sähe dann dein Leben aus?

 

Wie oft verwendest du „Ja, aber“ oder wie oft fällt es dir bei anderen Leuten auf? Hast du darauf schon mal geachtet? Wie denkst du darüber?

Welches ABER flammt in dir beim Satz „Geht nicht, gibt’s nicht.“ auf? Ganz ehrlich?

 

Inspirierende Grüsse

Petra Kuhn, Inhaberin

 

Eure Petra Kuhn

Weitere Beiträge
2 Kommentare
  • Katharina
    Antworten

    Ja diese Sätze kommen mir doch irgendwie bekannt vor. Sie sind jeder Zeit aktuell. Danke für Deine Newsletter, sie sind anregend, einfach und klar.

    • Petra Kuhn
      Antworten

      Danke, liebe Katharina.

      Und seit ich einst so viele Steine im Rucksack rumtragen musste, bin ich “Ja, aber…” sensibilisiert. 😀

Ein Kommentar hinterlassen

Selbstliebe